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Alt 11.10.2006, 18:02   #1
Touareg V
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Standard Erg Oriental: 2. Ausgabe der Rally mit der ersten Etappe gestartet

Erg Oriental: 2. Ausgabe der Rally mit der ersten Etappe gestartet

Zitat:
Sie gilt als die günstigste Sahara-Amateurrally und wird in diesem Jahr bereits zum zweiten mal ausgetragen: Die Erg Oriental Rally des ehemaligen "El Chott"-Veranstalters Jörg Steinhäuser, der in diesem Jahr sein Jubiläum "25 Jahre Sahara Rallys" feiert. Vom 09. bis 20. Oktober haben sich in Tunesien 28 Pkw und Lkw sowie 18 Motorräder zur Rally gemeldet, dazu kommen zahlreiche Teilnehmer der neu geschaffenen SUV-Challenge. Die Rally startete am Dienstag (nach dem Prolog am Montag) mit der ersten Etappe. Doch nicht nur Amateure sind angetreten - mit Andrea Mayer (Kumho KOS Buggy), Oliver Köpp (Mercedes G), Wolfgang Pasetti (Toyota) und marathonrally.com Mitarbeiter Jörg Sand (Mercedes G) sind auch einige Spitzenfahrer mit FIA-Lizenz dabei.

Am ersten Tag wollten es die Veranstalter ruhiger angehen lassen und schickten die Teilnehmer in eine knapp 150 Kilometer lange Wertungsetappe von Gabes nach Douz, dem "Tor der Sahara". Doch auch wenn die Kilometeranzahl wenig klingt, diese Etappe sollte es in sich haben. Brettharte und staubige Pisten warteten auf die Teilnehmer ebenso wie Beton-gefüllte Wadiquerungen - und wer hier nicht aufpasste, holte sich schnell den ersten Schaden.

Das passierte schliesslich nicht nur einzelnen Teilnehmern, sondern gleich einer Armada - und so sah man nach Etappenende die Serviceteams bereits fleissig arbeiten. Die meisten der Havarierten hatten sich das Fahrwerk beschädigt: Bei einem dunkelblauen Land Rover aus Norddeutschland brach die vordere rechte Feder, ein Mercedes G musste seine kompletten Dämpfer wechseln und auch Rally-Altmeister Wolfgang Pasetti musste das Schweissgerät an seinen erstmals eingesetzten Rally-Toyota lassen. Das grösste Pech erwischte jedoch den Crailsheimer Roland Kilzer, der mit seinem aufsehenerregenden Land Rover Buggy angetreten war. Bereits nach den ersten 40 Kilometern musste er mit einem Motorschaden komplett aufgeben. "Es ist ein Fluch, jedesmal, wenn ich an einer Wüstenrally teilnehmen will, geht es schief" berichtete Kilzer sichtlich niedergeschlagen am Abend.

Für Verwirrungen sorgte zudem eine besonders knifflige Navigation, die durch kurzfristige Umwelteinflüsse erschwert wurde. Bei der Vortour am Abend zuvor entdeckten die Streckenspione Jürgen Neidig und Fee Fuchs gravierende Veränderungen in der Landschaft, so das einige Passagen des Roadbooks auf reine GPS-Kurse umgewandelt werden mussten. "Es hiess, immer in Richtung des Waypoints" berichtet Nissan-Pilot Andreas Wulf, "und plötzlich kamen die Spuren von überall". Den Teams blieben nur zwei Möglichkeiten: Mit Glück und Geschick die richtige Piste finden oder querfeldein über Kilometer durchs Kamelgras fahren...

Enstprechend interessant sind die Ergebnisse des ersten Rallytages. Die Etappe gewannen bei den Pkw (erwartungsgemäss) Andrea Mayer und Jan Rohde im KOS Kumho Buggy vor den Überraschungs-Zweiten Janez Slavko-Kriv und Darko Goriup aus Slowenien (Mercedes G) sowie Wolgang Pasetti und Steffen Maganus im Toyta Landcruiser. Matthias Krüger und Sohn Robin des Brandenburger Daktec-Team erklommen die vierte Position vor (augerechnet) dem schnellen Service-Landrover des ausgefallenen Kilzer Teams sowie den Gebrüdern Eisenmann im lindgrünen Toyota Landcruiser. Bei den Motorrädern gewann Robert Veth vor Egbert Flintermann und Peter Brunner.

Zwei Premieren gab es am Nachmittag für den neuen Bergetruck von "marathonlogistic", die neben dem bekannten schwarzen MAN SX 8x8 zum ersten mal ihren neuen MAN TGA 8x8 auf einer Rally einsetzen. Das neue Fahrzeug feierte am Dienstag Abend seinen "Dünen-Einstand" kurz hinter der Oase Douz, dabei wurden vor allem Unterfahrschutz und Verschränkung gestestet. Kurz davor die zweite Premiere: Mit dem Land Rover Buggy von Roland Kilzer barg der neue Truck erstmals in seinem jungen Leben einen havarierten Pkw aus einer Rallystrecke.

Am Mittwoch geht in einem kniffligen Rundkurs rund um die Oase Douz, wobei auf über 50 Kilometern erste Dünenfelder zwischen Douz und Ksar Ghilane bewältigt werden müssen. Im Anschluss übernachten die Teilnehmer eine zweite Nacht in Douz, bevor es am Donnerstag Richting der Oase Ksar Ghilane und von dort weiter in den Süden geht.

Pkw und Lkw Top 10

01) Mayer/Rohde (D) | KOS Kumho Buggy | 01:53:18
02) Krivic/Goriup (SLO) | Mercedes G | 02:09:34
03) Pasetti/Marganus (I/D) | Toyota Landcruiser | 02:11:21
04) Krüger/Krüger (D) | Nissan Terrano 1 | 02:15:09
05) Kilzer Service (D) | Landrover Defender | 02:17:23
06) Eisenmann/Eisenmann (D) | Toyota Landcruiser | 02:21:27
07) Mühmel/Lottermoser (D) | Mitsubishi Pajero | 02:21:40
08) Müller/Merkt (D) | Landrover Defender | 02:23:56
09) Köpp/Janke (D) | Mercedes G | 02:29:46
10) Egger/Wagner (A) | Toyota Landcruiser | 02:30:06

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Alt 12.10.2006, 07:59   #2
Touareg V
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Alt 12.10.2006, 19:52   #3
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Standard AW: Erg Oriental: 2. Ausgabe der Rally mit der ersten Etappe gestartet

Erg Oriental: Gesamtwertung nach Etappe 2 Douz-Douz

Pkw und Lkw Top 10

01) Mayer/Rohde (D) | KOS Kumho Buggy | 03:43:49
02) Krivic/Goriup (SLO) | Mercedes G | 04:15:48
03) Krüger/Krüger (D) | Nissan Terrano 1 | 04:22:08
04) Pasetti/Marganus (I/D) | Toyota Landcruiser | 04:23:52
05) Müller/Merkt (D) | Landrover Defender | 04:24:06
06) Köpp/Janke (D) | Mercedes G | 04:26:35
07) Eisenmann/Eisenmann (D) | Toyota Landcruiser | 04:47:58
08) Mühmel/Lottermoser (D) | Mitsubishi Pajero | 04:49:57
09) Egger/Wagner (A) | Toyota Landcruiser | 05:00:08
10) Sand/Jagowski (D) | Mercedes G | 05:21:35


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Alt 13.10.2006, 09:06   #4
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Standard AW: Erg Oriental: 2. Ausgabe der Rally mit der ersten Etappe gestartet

Erg Oriental: Die zweite Etappe entwickelte sich holprig

Zitat:
Die zweite Etappe der Erg Oriental 2006 war kurz und knapp - und extrem holprig. Statt in die ersten Dünen zu gehen, hatten sich die Veranstalter für einen Rundkurs im Süden von Douz entschieden, bei dem ausschliesslich Kamelgrashügel und kleine erste kleine Sanddünen bewältigt werden mussten. Die Vorgabezeit von zwei Stunden liess erahnen, das auch der zweite Rallytag früh am Pool enden würde - dennoch sollte kaum ein Teilnehmer am Ende die Zeit einhalten.

Die Durchschnittsgeschwindigkeit betrug knapp 20 km/h, die Schadensquote war wie auf der ersten Etappe ziemlich hoch und so richtig glücklich war kaum ein Pkw-Teilnehmer mit der Etappe. "Einfach nur materialmordend und dann dieses nervige Gehoppel" berichtet Matthias Krüger vom Daktec-Team. Auch Wolfgang Pasetti hatte so seine Erlebnisse: "In unseren Auto schepperte es laufend - doch das heftigste Scheppern kam von meinem Kopf, der ständig gegen den Überrollbügel schlug" berichtet der Deutsch-Italiener lachend. "Ich fand die Etappe gut" berichtet hingegen der Bremer Wilfried Röpers, unterwegs in einem 4.0 Liter Nissan Patrol. "War zwar eher eine Trialetappe, aber eben ein Teil der Rally".

Erste Probleme gab es für den seltenen Saurer-Lkw, der ursprünglich seinen Dienst beim Militär versah und nun von Rudolf Magg und Dimitri Richert bei Rallys eingesetzt wird. Doch die harten Kamelgrashügel forderten ihren Preis - auf einem besonders harten Hügel federte die Achse derart hoch, das sie die Ölwanne zerstörte. "Wir konnten den Schaden zum Glück auch dank unseres russischen Mechanikers fixen. Er hat danach noch aus einem Rohr einen Schutz für die Ölwanne gebaut, das kann uns nun nicht mehr passieren" so Magg nach der Etappe.

Die Motorradfahrer hingegen freuten sich über die Strecke: "Für uns war das angenehm und anspruchsvoll, perfekt für Motorräder" so ein Holländischer Zweiradpilot. Und wie erwartet hatte der kurze Rallytag einen besonderen Vorteil: Die Teilnehmer und Orga-Mitglieder konnten den Nachmittag entspannt am Pool des Hotel Touareg in Douz geniessen.

Die Etappe gewann erneut Andrea Mayer im KOS Kumho Buggy vor Oliver Koepp und Beifahrer Christian Janke im silbernen Mercedes G sowie dem Landrover-Defender Team Müller/Merkt. Bei den Motorrädern gewann der Schweizer Peter Brunner (KTM) vor seinem Landsmann David Schenk (KTM) und Roger Frank (Yamaha) aus Deutschland.
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Alt 13.10.2006, 13:45   #5
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Standard AW: Erg Oriental: 2. Ausgabe der Rally mit der ersten Etappe gestartet

Erg Oriental: Erste Dünen in der dritten Etappe

Zitat:
Die dritte Etappe führte die Teilnehmer am Donnerstag zum ersten mal in die Dünen. Über 150 Kilometer ging die Route von der Oasenstadt Douz in die Oase Ksar Ghilane, auf verwehten Pisten vorbei an grossen Dünen, über erste kleine Sandverwehungen und kurz vor Ksar Ghilane schliesslich auch durch erste kleine Dünenfelder. Die Strecke kam an und lag vor allem der Highspeed-Fraktion, die hier erstmals richtig Gas geben konnte. Die Dünen sind zur Zeit aufgrund langer Regenphasen vor der Rally extrem fest und somit einfach zu fahren, entsprechend schnell waren die Teilnehmer am Nachmittag in Ksar Ghilane, wo am heutigen Freitag bereits traditionell der Ruhetag begangen wird.

Den heissesten Kampf lieferten sich Oliver Koepp im Mercedes G und Andrea Mayer im KOS Kumho Buggy. Mayer führte knapp vor dem Münchener, der ihr dicht an der Stossstange hing. Jeder Ausbruchverbruch Mayers wurde von Koepp gekontert - was am Ende dazu führte, das sich beide gleichzeitig verfuhren und kurzfristig im Sand steckenblieben. Diese Chance nutzte der Brandenburger Matthias Krüger und sein Sohn Robin, die mit ihrem Nissan Terrano den richtigen Weg fanden und somit den Etappensieg vor den Slowenen Janez Slavko Krivic und Darko Goriup (Mercedes G) und Koepp/Janke einfahren konnten.

Eine versteckte Durchgangskontrolle (DK) würfelte das Feld einige Kilometer vor dem Ziel nochmals durcheinander. Das Roadbook schrieb einen kleinen Schlenker vor, der auch bequem umfahren werden konnte - dumm nur, das genau am Ende des Schlenkers eben diese geheime DK aufgebaut war. So schafften es einige Teams aus den hinteren Reihen kurzfristig ganz nach vorne, mussten dann jedoch umdrehen (um die DK noch zu bekommen) oder am Ende des Tages hohe Zeitstrafen kassieren. Das passierte auch den Brüdern Eisenmann mit ihrem grünen Toyota: "Wir haben die Einfahrt in den Schlenker einfach verpasst und dann schaltete das GPS auf den nächsten Punkt um. Wir haben am Ende 2 Stunden Zeitstrafe bekommen, aber durch die kürzere Route über eine Stunde Zeit eingespart, quasi Glück im Unglück gehabt".

Oliver Koepp machte seine Jagd auf Andrea Mayer sichtlich Spass: "Wir sind immer an Andrea drangeblieben, dann haben wir uns beide an einer falschen Stelle festgefahren. Mein Co war überzeugt, "die wissen schon, wo es langgeht", naja, am Ende hätten wir sie doch haben können. Doch so steckten wir kurzfristig beide und müssten die Tagesführung abgeben" so der Münchener.

Riesenpech gestern für den Wahl-Bayern Wolfgang Pasetti in seinem neuen Rally-Toyota: Bereits in den Tagen zuvor hatten die kurzen aber materialmordenden Strecken ihren Tribut gezollt und dem Toyota schwer zugesetzt, gestern war es dann ganz vorbei. "Die Einzelradaufhängung ist einfach Mist" berichtete Pasetti am Abend enttäuscht, "eine Kettenreaktion hat das Auto stillgelegt. Antriebsstrang, Aufhängung, Dom, alles kaputt. Und für dieses Auto sind so schnell keine Ersatzteile aufzutreiben".

Weiterhin klasse schlägt sich das "Doktoren-Team" von Dr. Ulrich Müller und Dr. Michael Merkt, unterwegs in einem kurzen Land Rover Defender und vielen bekannt von der Grand Erg Rally. Trotz einer gebrochenen Feder nach der ersten Etappe halten sich die beiden permanent im vorderen Feld und liegen nach der dritten Etappe auf der vierten Gesamt-Position. Auch für marathonrally.com Redakteur Jörg Sand und Beifahrer Thorsten Giering läuft es bestens. Beide (Sand ist normalerweise FIA-Profi) sind zum ersten mal bei einer Amateurrally dabei und fahren offiziell einen Mercedes G als schneller Service für Oliver Koepp. Die tunesischen Dünen sind in dieser Form für Sand neu - dennoch reicht es bisher für Platz 8 in der Gesamtwertung. "Aber wir kämpfen uns täglich weiter nach vorne" lacht Sand.

Am heutigen Freitag herrscht nach drei einfachen Renntagen bereits Ruhe in Ksar Ghilane. Der frühe Ruhetag ist eigentlich noch nicht verdient, aber da die Oase Ksar Ghilane im weiteren Verlauf der Rally nicht mehr angefahren, der Ruhetag aber traditionell hier abgehalten wird, haben sich die Veranstalter entschlossen, die Rally bereits nach drei Etappen ruhen zu lassen. Am Abend soll es in Ksar Ghilane ein kleines Feuerwerk geben, bevor es am Samstag weiter in Richtung Süden Tunesiens geht.

Der "Gruss des Tages" kommt heute von Matthias Krüger und seiner Crew und geht an das Team des Autohauses Krüger in Rathenow. "Die Jungs haben im Vorfeld viel gute Arbeit geleistet, alles läuft bestens, dafür vielen Dank an die Crew" so Krüger.
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Alt 13.10.2006, 13:47   #6
andreas
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Reden AW: Erg Oriental: 2. Ausgabe der Rally mit der ersten Etappe gestartet

Tja, mit Köpfchen und dem richtigen Auto (Terrano I) kommt
man oft weiter, als mit purem Ehrgeiz und moderner HighTec.

Gruß
andreas
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Alt 13.10.2006, 17:06   #7
sgm
 
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Standard AW: Erg Oriental: 2. Ausgabe der Rally mit der ersten Etappe gestartet

Mal die Aufbau-Geschichte des Rallye-Terranos gelesen?

http://www.daktec.de/El%20Chott%201.html

Lohnt sich!
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Alt 13.10.2006, 17:39   #8
andreas
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Cool AW: Erg Oriental: 2. Ausgabe der Rally mit der ersten Etappe gestartet

Sehr interessant, so ein Basisfahrzeug hätte ich noch über.

Soll ich? Soll ich nicht? Soll ich? .........

Gruß
andreas
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Alt 13.10.2006, 19:06   #9
sgm
 
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Standard AW: Erg Oriental: 2. Ausgabe der Rally mit der ersten Etappe gestartet

Zitat:
Zitat von andreas Beitrag anzeigen
Sehr interessant, so ein Basisfahrzeug hätte ich noch über.

Soll ich? Soll ich nicht? Soll ich? .........
weiß ich doch
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Alt 15.10.2006, 07:10   #10
Touareg V
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Standard AW: Erg Oriental: 2. Ausgabe der Rally mit der ersten Etappe gestartet

Erg Oriental: Fast alle Autos fuhren freiwillig in die Dünen

Zitat:
Nach dem Ruhetag in Ksar Ghilane und der schönen 25-Jahr-Party mit Feuerwerk (siehe Extra-Artikel) ging es am Samstag in den Süden - in das Ölfördergebiet El Borma. Nach der "Grand Erg Marathonrally" im Mai diesen Jahres ist die Erg Oriental somit die zweite tunesische Amateurrally, die sich weit in den Süden vorwagt - am Sonntag soll es sogar bis an die libysche Grenze gehen.

Entsprechend lang wurde der Tag, auch wenn offiziell nur eine längere Pistenetappe über 270 Kilometer Wertung auf dem Programm stand. Diese führte durch stetig wechselnde Landschaften, zuerst am Erg Oriental Dünengürtel vorbei (dem Namensgeber der Rally), dann in ein schönes felsiges Tal mit vielen Sandverwehungen und schliesslich auf "Autobahn-ähnlichen" Pisten immer zwischen den gigantischen Dünen entlang bis in die Industrie-Oase El Borma. "Wunderschöne Etappe, klasse Landschaft" hiess es am Abend einstimmig von den Teilnehmern, "schnell und doch anspruchsvoll".

Entgegen den Planungen der Organisation konnten es die meisten Teilnehmer anscheinend nicht abwarten, endlich in die Dünen zu kommen: Fast das gesamte Feld machte einen Navigationsfehler und fuhr nicht wie geplant auf der Piste, sondern auf der falschen Seite der schwarzen Öl-Pipeline direkt in ein grosses und besonders schwieriges Dünengebirge. "Ein GPS-Punkt wies in die Richtung. Es kam uns dann komisch vor, das es bis zum Ziel nur noch 40 Kilometer sein sollten - während laut Roadbook noch 90 Kilometer zu fahren waren" berichtet Matthias Krüger vom Daktec-Team. "Wir sind einfach den falschen Spuren gefolgt und steckten dann plötzlich im tiefsten Dünen-Schlamassel".

Allerdings entdeckte Krüger wie auch das slowenische Mercedes-G Team Krivic/Goriup den Fehler schnell, beide Teams fuhren auf die Piste zurück und erreichten entsprechend schnell noch das Ziel. Anderen erging es da anders: "Extrem schwere Dünen, wir mussten richtig kämpfen" so Mercedes Pilot Jörg Sand, "aber wir sind komplett durchgefahren". Andreas Wulf und Anja Bock hingegen kehrten um, nicht aber, ohne vorher noch einigen feststeckenden Teilnehmern zu helfen: "Am besten war jedoch, das unser Nissan Navara nach diversen Umbauten gegenüber dem Vorjahr nun viel besser durch die Dünen kommt, selber haben wir uns nicht einmal eingegraben" freut sich der Lübecker Pilot. Dr. Ulrich Müller und Beifahrer Dr. Michael Merkt ärgerten sich am meisten: "Wir lagen soweit vorne, mussten dann aber extrem in den Dünen kämpfen und drückten uns die Front ein wenig ein" so die Landrover-Piloten. "Neben der langen Zeit im Sand bekamen wir zudem eine Strafzeit, weil wir die Vorgabezeit nicht einhalten konnten."

Am Ende profitierten die Teilnehmer, die richtig fuhren und somit dem Rest ein Schnippchen schlagen konnten. So schafften es die Brüder Eisenmann mit ihrem Toyota auf den dritten Tagesplatz vor Mühmel/Lottermoser (Mitsubishi Pajero) und Alexander/Neubauer im Pinzgauer. Auch der zweite Pinzgauer des Teams Rohde/Möhrlein schaffte es so in die Top Ten. Riesen-Freude auch bei den Nissan-Pickup Piloten Dieter Fries und Rainer Märker. Ihr arg betagter Nissan "glänzte" bisher vor allem mit technischen Problemen und mangelnder Leistung, heute reichte es für Platz 9 in der Tageswertung.

An der Spitze lieferten sich wie in den vergangenen Tagen Andrea Mayer und Oliver Koepp ein heisses Duell. Allerdings geht es für Koepp mehr um die Ehre, sich mit der Bayerin zu messen - sie nimmt nämlich offiziell gar nicht in Wertung teil. Mayer ist Besitzerin einer FIA-Lizenz und mit dieser darf sie nur in Ausnahmefällen auf Amateurrallys starten. Die Genehmigung wurde im Fall der Erg Oriental nur zu "Testzwecken" ausgestellt, somit ist die Erg Oriental für Mayer ein letzter grosser Rally-Test vor der für sie anstehenden UAE Desert Challenge in Dubai Anfang November.

Dennoch zeigt Andrea Mayer, was sie kann - und das eindrucksvoll. "Heute war es einfach der Wahnsinn" berichtet sie im Camp, "zwei Kilometer vor dem Ziel zerfetzten wir uns einen Reifen. Allerdings hatten wir Oliver Koepp im Nacken und ich wollte ihm die Spitzenposition nicht schenken. Und so entschied ich entgegen des Wunsches meines Beifahrers, die letzten Kilometer mit dem kaputten Reifen zu fahren. Verrückt, nur 20 Sekunden vor Oliver haben wir das Ziel schliesslich erreicht!"

Auch Koepp zeigte sich beeindruckt: "Wir sahen sie schon, hingen ihr schon den ganzen Tag im Nacken und mussten uns zuerst an sie herankämpfen. Aber auch wir hatten nach einer nicht im Roadbook verzeichneten Gefahrenstelle einen Reifenschaden, verloren aufgrund einer kaputten Felge langsam Luft. Wir haben dann unsere Reifenfüllanlage auf Dauerbetrieb eingestellt und es so noch 70 Kilometer mit dem defekten Rad bis ins Ziel geschafft. Andrea ist eine Wahnsinnsfahrerin, eine Megaleistung, das sie es mit dem völlig in Fetzen hängenden Reifen noch vor uns ins Ziel schaffte - und das mit nur 20 Sekunden Vorsprung!"

Die besagte Gefahrenstelle wurde noch so manch anderem Teilnehmer zum Verhängnis: So überschlugen sich zwei Motorräder (keine Verletzten, fahren Sonntag weiter), ein Pinzgauer katapultierte sich spektakulär 1,50 Meter in die Luft. In einer schwer einsehbaren Senke wartete ein ausgewaschener Graben - dieser war auch als Gefahrenstelle im Roadbook markiert - allerdings zwei Kilometer zu früh. "Ich kam mit knapp 90 km/h mit meinem schweren MAN TGA 8x8 an die Stelle, aufgrund meines hohen Fahrerhauses konnte ich die Senke aber viel eher einsehen und noch rechtzeitig bremsen" berichtet Lkw-Pilot Normann Bock. Zum Glück hatte die Organisation immer wieder darauf hingewiesen, das unbedingt auf Sicht zu fahren sei - somit blieben am Ende grössere Schäden aus, da die meisten Teilnehmer noch entsprechend rechtzeitig ausweichen oder bremsen konnten.

Am morgigen Sonntag wird es besonders spannend für die Teilnehmer. Nach 60 Kilometern Piste geht es in die grossen, Libyen-ähnlichen Dünen am Rande der libyschen Grenze. Hoch, fest, schräg - und schnell zu fahren. Über 130 Kilometer Dünen am Stück, entsprechend setzte die Organisation die Vorgabezeit auf 10 Stunden hoch. Sollte die Online-Übertragung am Sonntag etwas später kommen - Sie wissen jetzt, warum :-)

Pkw und Lkw Top 10

AW) Mayer/Rohde (D) | KOS Kumho Buggy | 09:37:13

01) Koepp/Janke (D) | Mercedes G | 10:16:39
02) Krivic/Goriup (SLO) | Mercedes G | 10:33:03
03) Krüger/Krüger (D) | Nissan Terrano I | 11:14:36
04) Mühmel/Lottermoser (D) | Mitsubishi Pajero | 12:05:30
05) Müller/Merkt (D) | Landrover Defender | 13:06:02
06) Eisenmann/Eisenmann (D) | Toyota Landcruiser | 13:11:38
07) Rohde/Mörlein (A) | Pinzgauer | 13:15:39
08) Alexander/Neubauer (A) | Pinzgauer | 13:52:45
09) Klibisch/Meng (D) | Toyota Landcruiser | 13:57:37
10) Sand/Jagowski (D) | Mercedes G | 14:18:42
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Touareg V ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.10.2006, 13:06   #11
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Erg Oriental: Livebericht aus der 6. Etappe

Zitat:
Der gestrige Tag wurde wie erwartet sehr lang und somit gibt es die Zusammenfassung des Tages am heutigen Abend. Nur soviel: Es war die schoenste Etappe der gesamten Etappe und eine der schoensten Etappen in der Geschichte der deutschen Amateur-Rallys in Tunesien.

Derzeit befinden wir uns an einem Punkt ca. 40 Kilometer in der heutigen Etappe, die über Pisten von Tiaret ins neue Camp nahe der libyschen Grenze führt. Soeben hat ein Mercedes G des TV-Teams einen Teilnehmer gerammt, ausser Blechschaden ist zum Glück nichts passiert. Das TV-Team muss nun allerdings an den Haken genommen werden...
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Alt 17.10.2006, 09:42   #12
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Erg Oriental: Schnelle Pisten vom Tiaret nach Mabtouh

Zitat:
Wo liegt eigentlich Mabtouh? Das war die meistgestellte Frage unter den zahlreichen Teilnehmern, nicht wenige gut bewandelt in der Kultur und Landschaft Tunesiens. Nun, Mabtouh ist ähnlich wie Bir Aouine eine einfache Wasserquelle "in the Middle of nowhere" und nahe am Rande der libyschen Grenze im Nordosten Tunesiens gelegen. Und da es hier anscheindend ein paar Tage oder Wochen geregnet hat, präsentierte sich die Landschaft aussergewöhnlich grün, aber dennoch wüstengewohnt einsam.

Heute hatten die Teilnehmer fast 300 Kilometer reine Pisten zu bewältigen - ein Teil davon schnell, glatt und sogar mittels Wassers befestigt, andere Teile widerum brutal hart, weich und mit vielen Bodenwellen versehen. Entsprechend durfte die "Speed"-Fraktion wieder nach vorne und sorgte in der Tageswertung für einige Überraschungen.

Das tunesische Militär erwies sich heute zudem als besonderer Freund der Teilnehmer und wies ihnen in den schwierigen Grenzpassagen den richtigen Weg in Richtung Ziel. Doch zwei Teams empfanden das anscheinend als zu langweilig und setzten sich kurzfristig (ungewollt) nach Libyen ab - zum Glück bemerkten sie ihren Fehler schnell und kamen unversehrt wieder auf die Tunesische Seite des entsprechenden Bergmassivs zurück.

Andrea Mayer (KOS Kumho Buggy) schaffte es heute vor Oliver Koepp (Mercedes G) mit nur knapp 28 Sekunden (!) Vorsprung ins Ziel, gefolgt vom überraschend Zweiten Jörg Sand im "5.000 Euro Mercedes G". Auf Platz 3 schafften es die Mitsubishi-Crew Mühmel/Lottermoser aus Berlin vor den Österreichern Egger/Wagner und den Lübeckern Wulf/Bork ins Ziel. "Wir haben richtig gekämpft, aber das es ein so gutes Ergebnis wird, hätten wir nie gedacht" so der Kölner Jörg Sand am Abend.

Auf der Etappe gingen es einige Favoriten "offiziell" ruhiger an, so liess auch der Brandenburger Matthias Krüger einige Teilnehmer passieren: "Wir hatten zwei Stunden Vorsprung in der Gesamtwertung, also war fahrzeugschonende Fahrweise angesagt" so Nissan Pilot Matthias Krüger. "Wir liessen die Schnellen passieren, dachten an nichts Schlimmes und bekamen dann von einem hochgeschleuderten Stein eines überholenden Teilnehmers unsere Luftdruck-Regelanlage abgerissen. Während der Reparatur überholten uns nun Alle, und wir mussten schliesslich doch wieder ein wenig beschleunigen" so der Rathenower.

Auch die Pinzgauer aus Deutschland und Österreich lieferten ein gutes Rennen und schafften es in der Tageswertung wieder mit Platz 8 und 10 in die Top Ten. Für Aufsehen sorgte heute vor allem eine Sandverwehung, die hinter einer schwer einsehbaren Kurve wartete. Nicht wenige Teilnehmer schlugen in die Düne ein oder sprangen spektakulär darüber. Den Vogel schoss aber schliesslich ein Mercedes G des begleitenden TV-Team ab, indem dieser einem festgefahrenen Teilnehmer hinten auffuhr und sich so selbst das Fahrzeug beschädigte - zum Glück gab es ausser Blechschaden keine Verletzten.

Ein Motorradfahrer aus der Schweiz stürzte heute in einer scharfen Kurve, blieb jedoch nur leicht verletzt und will die Rally auf der vorletzten Etappe fortsetzen. Die führt am Dienstag von Mabtouh nach Tataouine, wo der Rallytross nach mehreren Tagen "Outdoor Camping" erstmals wieder auf ein "Gepflegtes Bett und gepflegte Duschen" treffen wird.

Pkw und Lkw Top 10

AW) Mayer/Rohde (D) | KOS Kumho Buggy | 15:56:53

01) Koepp/Janke (D) | Mercedes G | 17:21:27
02) Krivic/Goriup (SLO) | Mercedes G | 18:42:09
03) Krüger/Krüger (D) | Nissan Terrano I | 19:00:41
04) Eisenmann/Eisenmann (D) | Toyota Landcruiser | 21:11:53
05) Mühmel/Lottermoser (D) | Mitsubishi Pajero | 21:50:49
05) Müller/Merkt (D) | Landrover Defender | 13:06:02
06) Sand/Jagowski (D) | Mercedes G | 21:59:02
07) Egger/Wagner (AT) | Toyota Landcruiser | 22:25:03
08) Klibisch/Meng (D) | Toyota Landcruiser | 22:50:11
09) Rohde/Mörlein (A) | Pinzgauer | 23:09:43
10) Alexander/Neubauer (A) | Pinzgauer | 23:44:21
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Standard AW: Erg Oriental: 2. Ausgabe der Rally mit der ersten Etappe gestartet

Erg Oriental: Steinige Pisten und klare Entscheidungen auf Leg 7

Zitat:
Die 7. Etappe der Erg Oriental Sahara Rally endete mit differenzierten Entscheidungen, ein wenig Tumult unter den Teilnehmern und einem positiven Machtwort des Veranstalters - am Ende wurde jedoch alles gut. Doch mehr dazu später. Nach einem Outdoor-Camp nahe der libyschen Grenze riefen die Veranstalter am Morgen zur siebten und vorletzten grossen Etappe von Maktouh nach Tataouine mit knapp 170 Wertungskilometern und 50 Kilometern Überführung. Dabei galt es, zu Beginn besonders steinige Pisten und zum Ende sandige und schnelle Passagen zu bewältigen.

Da die Rally allgemein dem Ende entgegengeht, liessen es die Top-Favoriten etwas ruhiger angehen. Das "Material schonen" war die oberste Devise - und somit ein Aufruf an das hintere Starterfeld, nochmals richtig Gas zu geben...

Das liess sich Jörg Sand, Journalist, Mercedes G Experte und marathonrally.com Redakteur nicht zweimal sagen und scheuchte seinen 280er G derart über die Pisten, das es erneut für Platz 2 in der Tageswertung und nun Platz 6 in der Gesamtwertung reichte. "Ein skurriler Tag" berichtet Sand, "gestern hatten wir den Fehler gemacht, billiges (Schmuggel-) Benzin aus Kanistern (vom Strassenrand) zu tanken, heute war der Benzinfilter entsprechend dicht. Dazu kam ein harter Sprung, der für einen Riss in der Ölwanne sorgte", so der Kölner. Umso erstaunlicher das Ergebnis.

Bisher vom Pech verfolgt wollte es heute auch der Bremerhavener Wilfried Röpers wissen. Er scheuchte seinen heissgemachten 4-Liter Nissan Patrol über die Pisten und schaffte es am Ende auf Platz Sechs. Auch das Nachwuchs-Duo Stammel/Behlen aus Köln nutzte die Gunst des Tages und fuhr auf Platz Sieben vor. Zu Letzeren muss man sagen, das sie hier ihre erste Rally fahren und dafür nur einen gering modifizierten Mitsubishi Pajero aus den 80er Jahren einsetzen - das zollt besonders Respekt.

Zu den Gewinnern des Tages gehören auch Ute Prager und Manfred Patschek aus Bremen, bisher eher im hinteren Feld der Rally aktiv. Sie pilotierten ihren Landrover Defender auf Platz 9 - knapp vor den immer gut aufgelegten Österreichern Helmut Egger und Peter Wagner aus Österreich (Toyota Landcruiser).

Während Peter Mühmel aus Brandenburg mit seinem Mitsubishi Pajero ein souveränes Rennen fuhr, nun aber auf Position fünf liegend von Jörg Sand (Mercedes G) mit nur 5 Minuten Vorsprung bedroht wird, liessen einige weitere bisher gute Fahrer heute auf sich warten. Das beliebte Doktoren-Team Müller/Merkt zerstörte wieder einmal essentielle Teile ihres britischen Landrovers, was beide nun über einen Fahrzeugwechsel nachdenken lässt: "Wieder das Fahrwerk, diesmal haben wir es komplett abgerissen und den Federteller zerstört, dazu wieder ein Reifen - und wir haben keine Ersatzreifen mehr" so Dr. Ulrich Müller, "vielleicht sollte doch mal ein stabileres Fahrzeug her". Auch der rote Nissan Navara von Andreas Wulf und Anja Bork wollte heute nicht so richtig, in der Tageswertung fielen beide auf Platz 15 zurück.

An der Spitze lieferten sich Andrea Mayer (offiziell ausser Wertung), Oliver Koepp und Beifahrer Christian Janke (Mercedes G) sowie die Slowenen Janez Slavko Krivic und Co Dorko Goriup weiterhin ein heisses Duell. Die Buggy-Pilotin Mayer erreichte am Ende sogar einen neuen "Erg Oriental"-Rekord: Mit 2:01:49 Minuten unterbot sie das beste Motorrad um knapp zwei Sekunden - ein schnelleres Auto hatte es bisher nie gegeben. Entsprechend glücklich zeigt sich Mayer´s Teamchef Stefan Bruckner: "Unser Buggy hat keine Probleme, läuft wie eine Eins, einfach wunderbar". Gleichzeitig eine besondere Ingenieursleistung: Der Buggy wurde erst 2005 vollständig fertig, die "Kinderkrankheiten" bereits nach wenigen Wochen gefixt - welcher Buggy-Bauer kann dies schon von sich behaupten...

Round-about also eine klassische Pistenetappe mit ganz besonderen Ergebnissen - doch das "Highlight" des Tages sollte am Abend folgen. Die bisherigen "Pisten-Späher" Jürgen Neidig und Fee Fuchs mussten feststellen, das die letzte "wichtige" Etappe vor der letzten "Show-Strand-Etappe" doch einfacher ausfallen sollte als geplant. Grosse Teile der Strecke wurden mittlerweile asphaltiert und somit "Rally-unwürdig", also musste eine neue Strecke her. Doch woher auf die Schnelle nehmen?

Die Rallygesellschaft sammelte sich gespannt zur Fahrerbesprechung im schicken Hotel Sangho in Tataouine. Was wird kommen, wo werden wir fahren? "Ihr werdet nicht fahren" verkündete der Rennleiter umgangssprachlich. "Viele Teilnehmer haben Schäden am Fahrzeug, deshalb sagen wir die letzte Etappe ab und fahren direkt als Überführung bis ins vorletzte Hotel-Camp in Kairouan."

"Wie, was" schallte es ihm entgegen. "Wir wollen die Rally bis zum Ende ausfechten, wer nicht fahren kann, fällt halt aus" so der einstimmige Tenor der Mehrheit. Minutenlang wurde diskutiert, gefachsimpelt, geschimpft. "Wer hat das entschieden" fragten viele sportlich ambitionierte Teilnehmer. Über 30 Minuten ging es hoch her, bis schliesslich "Erg Oriental" Präsident und Gründer Jörg Steinhäuser das Mikrofon übernahm: "Die Etappe wird definitiv gefahren, wer nicht starten kann oder will, bekommt eine entsprechende Strafzeit eingetragen". Tosender Beifall bei der Mehrheit der Teilnehmer.

Aufatmen bei den Teilnehmern, schliesslich hat man nur noch zwei Tage für wenige Minuten - die für Einige sehr wichtig sind. Während sich Teams und Fahrer über die sportlich korrekte Entscheidung freuten, gab der bisherige Rennleiter seinen Rücktritt bekannt. Am Ende ein Fauxpax, der nicht hätte sein müssen und nicht mit der gesamten Chef-Organisation vorgenommen wurde. "Das darf und kann nicht sein" berichtet ein Manager eines führenden Teams, "wir freuen uns, das am Ende ein Machtwort zu gunsten der Sportlichkeit gesprochen wurde".

Somit startet die 2. Erg Oriental am Mittwoch morgen in die vorletzte "echte" Etappe von Tataouine über Ksar Ghilane bis nach Kairouan - bei der einige wichtige Positionen neu entschieden werden dürften. Am Donnerstag endet die Rally dann mit der letzten "Show-Strand-Etappe" am Strand von Sousse - um anschliessend die Sieger im Hotel Le Sultan in Hammamet zu ehren.

Pkw und Lkw Top 10

AW) Mayer/Rohde (D) | KOS Kumho Buggy | 17:58:42

01) Koepp/Janke (D) | Mercedes G | 19:47:23
02) Krivic/Goriup (SLO) | Mercedes G | 20:40:19
03) Krüger/Krüger (D) | Nissan Terrano I | 22:02:44
04) Eisenmann/Wolfram (D) | Toyota Landcruiser | 23:40:49
05) Mühmel/Lottermoser (D) | Mitsubishi Pajero | 24:21:34
06) Sand/Jagowski (D) | Mercedes G | 24:26:22
07) Egger/Wagner (AT) | Toyota Landcruiser | 25:10:46
08) Klibisch/Meng (D) | Toyota Landcruiser | 25:31:30
09) Rohde/Mörlein (A) | Pinzgauer | 26:34:44
10) Alexander/Neubauer (A) | Pinzgauer | 26:49:00

(Andrea Mayer fährt offiziell nur zu Testzwecken)
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Alt 20.10.2006, 10:37   #14
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Erg Oriental: Rally endet am Abend mit der Siegerehrung

Zitat:
Die 2. Erg Oriental ist am Donnerstag Mittag nach zwei letzten kurzen Etappen mit dem Zieleinlauf am Strand von Bouficha und der Burg in Hammamet zu Ende gegangen. Der offizielle Abschluss findet am Abend mit der offiziellen Siegerehrung im Hotel Le Sultan in Hammamet statt. Nach bisherigen Informationen ist der Münchener Oliver Koepp Sieger bei den Pkw (die eigentlich Schnellste war Andrea Mayer, sie fuhr allerdings ausserhalb der Wertung mit), bei den Motorrädern ist voraussichtlich Peter Brunner aus der Schweiz der Erste.

Wir melden uns am Freitag (direkt von der Fähre Carthage, wetterabhängig) mit einer letzten Zusammenfassung, Bildern von der Siegerehrung sowie einem Video-Zusammenschnitt zum letzten mal live von der Erg Oriental. In den kommenden zwei Wochen werden wir nach und nach alle Bilder (über 3.000) der Rally in unserer Foto-Datenbank online stellen.
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Alt 22.10.2006, 16:13   #15
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Erg Oriental: Oliver Koepp und Pele Brunner gewinnen die Rally

Zitat:
Am Freitag Abend ist die 2. Erg Oriental Sahara Rally mit der Siegerehrung offiziell zu Ende gegangen. Bei den Pkw gewann der Münchener Oliver Koepp gemeinsam mit seinem Berliner Beifahrer Christian Janke vor den Slowenen Janez Slavko Krivic und Darko Goriup (Mercedes G 290TD), auf Platz 3 kam das Daktec-Team Matthias Krüger mit Sohn Robin (Nissan Terrano I). Bei den Trucks gewann der einzige Teilnehmer Rudolf Magg mit seinem Beifahrer Dimitri Richert auf einem Saurer 4x4, bei den Motorrädern gingen die kompletten ersten Plätze an die Riege der Schweizer SSRT Clubs. Hier gewann der Schweizer Peter "Pele" Brunner (KTM 450 EXC) vor seinem Landsmann David Schenk (KTM 450 EXC) und dem Deutschen Sven Groscher (KTM 525).

Es war eine schöne Rally - das hört man auch fast einstimmig von den Teilnehmern. "Die Strecken waren zu 90% Spitze, allerdings hat uns ein wenig Sand gefehlt und die Pisten waren manchmal ein wenig hart. Der Rundkurs Douz-Douz (50 Kilometer Kamelgras) hätte so nicht sein müssen, dafür war die Etappe zwischen El Borma und Borj El Kadrah eine der Schönsten, die wir jemals gefahren haben" berichtet der Lübecker Andreas Wulf. "Auch die Organisation hat in diesem Jahr aus unserer Sicht sehr gut gearbeitet, der Service und vor allem das Catering waren klasse". Auch Matthias Krüger aus dem brandenburgischen Rathenow zeigt sich zufrieden: "Die Strecken waren klasse, ich hätte mir nur ein wenig mehr Sand und mehr Dünen gewünscht. Am besten wäre noch ein Aussencamp in den Dünen."
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Gesamtwertung

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